Journal for Intelligence, Propaganda and Security Studies

Seit dem 1. Juni 2007 hat ACIPSS ein in seiner Ausrichtung wohl einmaliges Magazin, das Journal for Intelligence, Propaganda and Security Studies (JIPSS) anzubieten. Die erste Ausgabe von JIPSS wurde anlässlich der fünften Arbeitstagung von ACIPSS am 1. Juni in Graz vorgestellt. Neben wissenschaftlichen Beiträgen zu den drei Säulen von ACIPSS (Geheimdienste, Propaganda, Sicherheit) gibt es noch folgende Rubriken: Editoral, Interviews sowie Book/Media Reviews. JIPSS erscheint zweimal jährlich und ist bilingual (Deutsch/Englisch) ausgerichtet. Der Bezug ist für ACIPSS-Mitglieder im Mitgliedsbeitrag inbegriffen, für Nichtmitglieder ist ein Abonnement bzw. der Bezug von Einzelheften möglich.

Die Publikation des JIPSS wird durch eine Förderung des Land Steiermark ermöglicht.

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Ausgewählte Texte

JIPSS-Ausgaben Vol. 13, No. 1/2019
Irena Ilić: The development of Austria's state protection law
The Austrian domestic intelligence service got into the spotlight following a controversial house search of its offices in February 2018. While the consequences of this scandal are still not entirely appraisable, the event itself serves as a suitable occasion to look back at the evolution of the domestic intelligence service in Austria. This paper chronicles and explains the main legal developments concerning Austrian domestic intelligence services starting from their formal establishment in the Habsburg Monarchy until the present day. It demonstrates that the legal regulation of domestic intelligence not only existed in the 19th and the early 20th century, but that it even had a notable influence on the development of the modern domestic intelligence in Austria. Moreover, this paper shows that until the late 20th century the legal framework was fragmented and largely based on transitional provisions emanating from different historical periods. Following an extensive overview of these predecessors, the paper distinguishes three phases of the contemporary legal developments in the Austrian domestic intelligence sector: first, the phase of legal consolidation and establishment of democratic intelligence oversight; second, the phase of expansion of individual legal protection; and third, the phase of reorganisation and expansion of intelligence competences. Vollversion
Václava Jandečková: Der Fall Emanuel Valenta, Vizedirektor der Škoda-Werke in Pilsen, März 1951: Opfer seiner Ideale und der geheimdienstlichen „Kámen“-Methode
Unmittelbar nach dem kommunistischen Staatsstreich vom Februar 1948 traf die Geheimpolizei der Tschechoslowakei eine Reihe von Maßnahmen. Vorgetäuschte Grenzschranken und falsche deutsche Zollämter mit US-Offizieren schossen wie Pilze aus dem Boden. Drei Jahrzehnte nach dem Fall des totalitären Regimes ist es immer noch erstaunlich, wie heimtückisch die Aktion „Kámen“ ablief. Die Staatssicherheit hat sie an der südwestlichen Staatsgrenze vier Jahre lang unter strengster Geheimhaltung und vollkommener Tarnung praktiziert. Bis heute ist unbekannt, wie viele Opfer sie forderte und an welchen Orten sie stattfand. Die im Voraus ausgewählten Opfer hatten nahezu keine Chance, den Hintergrund und die Provokationsabsicht zu durchschauen. Bei den manipulierten Gerichtsverfahren wurde nicht mit lebenslangen Freiheitsstrafen gespart. Am 1. März 1951 wurde auf Deutsch ein Protokoll mit dem Vizedirektor der Škodawerke in Pilsen, Emanuel Valenta, angefertigt. Kurz nach dieser Inszenierung wurde er wieder zur falschen Grenze gebracht. Für den gar nicht erfolgten Grenzübertritt wurde Valenta zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Über die Methode „Kámen“ wurde er nie ins Bild gesetzt. Die Familie entdeckte alles erst, als die Tochter sich 2015 an die Autorin wandte. Obwohl dank der Amerikaner und Stanislav Liška, dem Kommandanten des Korps für nationale Sicherheit in Všeruby, bereits Mitte 1948 diplomatische Noten zu diesem Vorgang gewechselt wurden, fanden diese polizeilichen Provokationen mindestens bis Ende 1951 statt. Es gab wahrscheinlich hunderte von Opfern, obwohl es bis heute lediglich gelungen ist, 40 Fälle zu rekonstruieren. Niemand wurde für diese verbrecherischen Aktivitäten bestraft. Vollversion
On the situation of Austria's intelligence services. A discussion with Thomas Riegler by Siegfried Beer and Madeleine Manowarda
This is a conversation between Siegfried Beer, Madeleine Manowarda and the researcher and author Thomas Riegler, held a few days after the publication of the latter’s most recent book, Austria’s Secret Services: From the Third Man to the BVT-Affair, which explores the history of Austria’s three intelligence services. The discussion examines the genesis and results of Riegler’s study, which is structured in three parts: Foundations, the BVT-Affair and Case Studies. Riegler, a historian and political scientist, paints a colorful panorama of secret intelligence activities on Austrian soil spanning from 1918/19, though the focus of the narrative and interpretation clearly lies in the period following 1945. The author proves to be particularly knowledgeable about the most recent calamity connected to Austria’s domestic security and intelligence service, the Federal Bureau for State Protection and Counter-Terrorism, commonly known as the BVT. The so-called BVT-Affair demonstrated some of the inherent problems in Austria’s national intelligence culture: lack of cohesion and coordination within the intelligence community, employee quality issues, as well as adherence to old recruiting patterns and historical amnesia, to name just a few. While Beer praises the achievements of the book, its author remains modest about the possible effects of his work on Austria’s intelligence establishment or political elites, concluding that he anticipates none. Vollversion
JIPSS-Ausgaben Vol. 12, No. 2/2018
Thomas Riegler: The spy story behind The Third Man
More than 70 years ago, The Third Man was shot in Vienna – a film that symbolically stands for espionage. But strictly speaking, this is not the movie’s subject, instead the plot tells the hunt for a scrupulous black market dealer. Yet, since its release in 1949, The Third Man is tied to the Cold War struggle fought between the intelligence services. Among other factors, this perception is related to the film’s setting: the bombed-out ruins of Vienna, which was then (and still is now) a major hub for spies. What is less reflected is that the film’s origins itself represent an espionage story. All major figures involved had a background in intelligence, whether author Graham Greene, producer Alexander Korda or KGB-mole Kim Philby, who was the real-life model for the main character Harry Lime. By drawing upon archival material as well as secondary literature, this article explores this secret history of The Third Man. Vollversion
Sven Bernhard Gareis: Hybride Bedrohungen und Kriegsführung. Wie Staaten und Gesellschaften konventionellen und unkonventionellen Sicherheitsgefährdungen begegnen können.
Hybride Bedrohungen und Kriegsführung sind keineswegs neue Phänomene. In der globalisierten Welt mit ihren immer engeren Verkehrs- und Kommunikationsverbindungen indes sind ihre Auswirkungen immer schneller und unmittelbarer zu spüren. Sie stellen nationale und internationale Sicherheitsagenturen vor neue Herausforderungen – zugleich jedoch bieten geeignete Abwehrstrategien den betroffenen Gesellschaften auch bedeutsame Entwicklungsmöglichkeiten: Resiliente Nationen sind gekennzeichnet durch einen Grad an Zufriedenheit ihrer Bürger sowie deren Vertrauen in das politische und gesellschaftliche System. Verantwortungsbewusste Akteure in Regierung und Zivilgesellschaft sollten daher den engen Zusammenhang zwischen nationaler und sozialer Sicherheit berücksichtigen und danach streben, ihre Bürger zufriedener zu machen – und ihre Staaten widerstandsfähiger. Vollversion
JIPSS-Ausgaben Vol. 12, No. 1/2018
Constant W. Hijzen, Cees Wiebes: „Gegenseitige Wertschätzung und Freundschaft“. Die amerikanisch-niederländische Geheimdienstzusammenarbeit von den 1940er bis zu den 1970er Jahren
Am späten Nachmittag des 13. Septembers 1974 stürmten drei bewaffnete Männer die französische Botschaft in Den Haag. Über den Polizeinotruf teilte eine Frau mit, dass „verrückte Japaner mit Schusswaffen herumrennen“ würden. Zehn Minuten später identifizierten sich die Täter selbst gegenüber der niederländischen Polizei. Die Geiselnehmer waren Angehörige der Japanischen Roten Armee, einer internationalen terroristischen Organisation mit einer langen Liste an Gewalttaten. Abgesehen von zahlreichen Flugzeugentführungen, hatte die Gruppe 1972 einen israelischen Flughafen angegriffen und dabei 25 Personen getötet und 75 verletzt. Für die Freilassung von 11 Geiseln, darunter der französische Botschafter in den Niederlanden, Jacques Senard, verlangte die Gruppe die Freilassung ihres Kameraden Yutaka Furuya aus einem Gefängnis in Frankreich, eine Million US-Dollar sowie sicheres Geleit zu einem Flugplatz ihrer Wahl. Der Vorfall ereignete sich direkt gegenüber dem Büro des Chief of Station der Central Intelligence Agency (CIA) und wurde zu einem Testfall für die traditionell sehr enge Verbindung zwischen der niederländischen und der amerikanischen Intelligence Community. Howard T. Bane, CIA Chief of Station in Den Haag, stellte sein Büro in der US-Botschaft den holländischen Behörden zur Verfügung. Somit veränderte sich die Zusammenarbeit, die sich bis dahin überwiegend mit Spionageabwehr befasst hatte, hin zur Terrorismusabwehr. Der vorliegende Artikel untersucht, wie, warum und wie genau dieser Wechsel zustande kam. Dadurch soll ein detaillierter Einblick in die Dynamik geheimdienstlicher Kooperation vermittelt werden. Vollversion
Till Justus Baaken: Von Rittern und Löwen. Ein Vergleich der Narrative der Rekrutierungspropaganda in Großbritannien im ersten Weltkrieg und des sogenannten Islamischen Staates
Dieser Artikel betrachtet die Rekrutierungspropaganda der Briten während des Ersten Weltkriegs und des selbstproklamierten „Islamischen Staats“ (IS) zwischen 2014 und 2017. Anhand der Rahmenanalyse von Robert D. Benford and David A. Snow werden Parallelen und Unterschiede im Framing (der „Einrahmung“) der jeweiligen Propagandastrategien mittels eines Vergleichs der zentralen Narrative beider Akteure aufgezeigt. Die propagandistisch vereinnahmten bestehenden „Vornarrative“, also kulturell tief verwurzelte Stereotypen, Mythen etc. nach Jacques Ellul werden ermittelt, woraufhin die eigentlichen Propaganda-Narrative nach den drei Kernfunktionen der Rahmenanalyse (diagnostische, wertende und einordnende Funktionen) betrachtet werden. Dieses Lernen aus der Vergangenheit trägt auf komparative Weise zum aktuellen Diskurs bei, der darauf abzielt, Lösungsansätze gegen die Propaganda des IS zu entwickeln. Die Propaganda unserer Tage entsteht nämlich nicht aus einem Vakuum heraus. Die Ergebnisse zeigen, dass beide Akteure, sowohl das historische britische Empire als auch der IS, ähnliche Themen nutz(t)en, um ihre Narrative zu rahmen. Die Parallelen veranschaulichen die methodischen und ideologischen Analogien zwischen verschiedenen Propagandaproduzenten und unterstreichen die Notwendigkeit, aus der Vergangenheit zu lernen, um auf heutige Krisen zu reagieren. Vollversion

Lesen Sie eine Rezension unseres Journals von Sönke Neitzel auf H-SOZ-U-KULT.

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